Infrarot-Vollspektrumsauna (IR-A, IR-B und IR-C) – Physik, Gewebedurchdringung und biologische Mechanismen
Bei der Infrarotsauna handelt es sich um eine Technologie, die elektromagnetische Strahlung im Infrarotbereich nutzt, um Energie auf biologisches Gewebe zu übertragen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Saunen, die hauptsächlich die Luft erwärmen, übertragen Infrarotsysteme die Energie direkt auf den Körper. Eine Infrarot-Vollspektrumsauna vereint mehrere Teile des Infrarotspektrums und unterscheidet sich damit von einfacheren Lösungen, die nur eine Art Infrarotstrahlung nutzen.

Was versteht man unter einer Infrarot-Vollspektrumsauna?
Der Begriff Vollspektrum bezeichnet die gleichzeitige Nutzung mehrerer Infrarot-Wellenlängenbereiche, meist IR-A, IR-B und IR-C. Diese Bereiche weisen unterschiedliche physikalische Eigenschaften und eine unterschiedliche Gewebedurchdringung auf. Eine Vollspektrumsauna ist so konzipiert, dass sie einen größeren Spektralbereich abdeckt und somit eine vielfältigere Energieübertragung bietet als Saunen, die nur Ferninfrarotlicht verwenden.
Das Infrarotspektrum: IR-A, IR-B und IR-C
Infrarotstrahlung wird üblicherweise in drei Hauptbereiche unterteilt. IR-A kommt dem sichtbaren Licht am nächsten und hat Wellenlängen von etwa 700 bis 1400 nm. IR-B liegt in der Gegend ca. 1400 bis 3000 nm, während IR-C den Bereich ab etwa 3000 nm abdeckt. Diese Bereiche weisen im biologischen Gewebe unterschiedliche Absorptionsmuster auf, die hauptsächlich durch den Wassergehalt, das Blut und die Gewebestruktur bestimmt werden.
IR-A dringt am tiefsten in das Gewebe ein und kann mehrere Zentimeter in das Gewebe eindringen. IR-B hat eine geringere Durchdringung und wird stärker von der Oberfläche absorbiert. IR-C wird fast vollständig in der obersten Hautschicht absorbiert und trägt hauptsächlich zur Oberflächenwärme bei.

Gewebedurchdringung und Wärmeübertragung
Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen den Infrarotbereichen besteht darin, wie die Energie im Körper absorbiert wird. IR-A kann relativ tief eindringen und zur Erwärmung tieferer Gewebe beitragen. IR-B bietet eine Kombination aus Oberflächen- und mitteltiefer Erwärmung, während IR-C hauptsächlich für eine schnelle Erwärmung der Hautoberfläche sorgt. In einer Vollspektrumsauna arbeiten diese Bereiche zusammen und erzeugen sowohl eine lokale als auch eine tiefer liegende Wärmebelastung.
Die Wärmeübertragung erfolgt hauptsächlich durch direkte Absorption von Infrarotenergie im Gewebe, im Gegensatz zur konvektiven Erwärmung durch Heißluft. Dies sorgt für ein anderes physiologisches Erlebnis als in herkömmlichen Saunen.
Biologische Reaktionen auf Infrarotwärme
Wenn biologisches Gewebe Infrarotenergie absorbiert, erhöht sich lokal die Temperatur. Dies kann Auswirkungen auf die Durchblutung, die Gewebeelastizität und Stoffwechselprozesse haben. Die Wärme kann zu einer erhöhten Durchblutung der Haut und des darunter liegenden Gewebes sowie zur Aktivierung temperaturregulierender Mechanismen im Körper führen. Diese Reaktionen sind allgemeine physiologische Reaktionen auf Wärme und nicht spezifisch für eine einzelne Wellenlänge.
In Vollspektrumsystemen werden verschiedene Infrarotkomponenten kombiniert, um einen vielfältigeren thermischen Reiz zu erzeugen, bei dem sowohl oberflächliche als auch tiefer liegende Gewebe Wärmeenergie ausgesetzt werden.

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Der Unterschied zwischen traditioneller Infrarotsauna und Vollspektrumsauna
Viele Infrarotsaunen verwenden nur IR-C, oft auch als Ferninfrarotlicht bezeichnet. Dies sorgt für eine effektive Oberflächenerwärmung, aber eine begrenzte Gewebedurchdringung. Eine Infrarot-Vollspektrumsauna umfasst zusätzlich IR-A und IR-B, was für eine breitere Spektralabdeckung und eine andere Wärmeverteilung im Gewebe sorgt. Dies ist ein technischer Unterschied in der Art und Weise, wie die Energie zugeführt wird, und nicht nur darin, wie heiß sie sich anfühlt.
Verwendung und praktische Überlegungen
Bei der Nutzung einer Infrarot-Vollspektrumsauna wird der Körper über einen bestimmten Zeitraum der Hitze ausgesetzt. Temperatur, Einwirkzeit und individuelle Verträglichkeit variieren. Moderne Systeme sind auf kontrollierte Wärmeabgabe, Sicherheit und Komfort ausgelegt und werden mit den Anwendungsempfehlungen des Herstellers geliefert.
Abschluss
Die Infrarot-Vollspektrumsauna stellt einen technologischen Ansatz dar, bei dem mehrere Teile des Infrarotspektrums kombiniert werden, um eine breitere und vielfältigere Wärmeübertragung auf biologisches Gewebe zu ermöglichen. Durch die gleichzeitige Verwendung von IR-A, IR-B und IR-C können sowohl oberflächliche als auch tiefere Gewebeschichten Infrarotenergie ausgesetzt werden. Dies unterscheidet Vollspektrumsaunen von einfacheren Infrarotlösungen und bietet einen weiteren biophysikalischen Ansatzpunkt für die Wärmeeinwirkung.
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